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Über den Shop

ARMEDANGELS steht für ein einfaches Konzept: Schöne Kleidung, die gut für ihre Besitzer ist, aber auch diejenigen, die sie produzieren. Diese Idee ist eigentlich nicht besonders originell – Menschen fair zu bezahlen und die Umwelt nicht zu verschmutzen sollte normal sein. Ist es in der Mode aber nicht. Insofern bieten wir Menschen, denen Mode wichtig ist, die aber gleichzeitig ihren Kopf nicht ausschalten wollen, eine Alternative. Zeitgemäße schöne Kleidung, die menschlich hergestellt wurde. Made by humans.

Unsere Story

Gestartet sind wir 2007 mit sechs verschiedenen T-Shirts und einer Idee „Wir wollen etwas verändern.“ Seitdem ist eine Menge passiert: Aus sechs T-Shirts entwickelte sich eine Kollektion. Wir konnten großartige Unterstützer wie Eva Padberg, Cosma Shiva Hagen oder Thomas D gewinnen und sind nicht mehr nur Fairtrade, sondern auch GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifiziert. Aus einer kleinen Idee reifte ein Label, das wirklich etwas bewegt:

Durch unsere Produktion und vor allem indem ihr unsere Marke kauft, können Menschen ein gutes Leben führen. Je mehr Menschen uns kennen und letztendlich auch kaufen, desto mehr können wir bewirken.

Fairtrade

Baumwolle wird auf einem Markt gehandelt, den es so eigentlich gar nicht gibt – zumindest nicht, wie man sich es vorstellt. Denn Marktbedingungen herrschen keine. Durch die Fairtrade-Prämie und die Stärkung der Mitbestimmung der Baumwollbauern versucht Fairtrade einen Ausgleich zu schaffen. Das funktioniert erstaunlich gut und verändert so die Welt. Zumindest ein bisschen.

Es klingt so einfach: Baumwolle ist eine Ware und Waren werden gehandelt. Im Handel läuft es mal gut und mal weniger gut. Nur leider ist das Thema komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Baumwolle läuft schon seit Jahrzehnten gut: für die Käufer. Und genauso lange schlecht: für die Produzenten. Der Weltmarktpreis hat sich seit 1975 halbiert. Der Weltmarktpreis? Einen einheitlichen Preis für Baumwolle gibt es nicht. Zwar wurde 1871 am damals führenden Baumwoll-Umschlagplatz New Orleans die erste Baumwollbörse der Welt gegründet, um den Handel zu vereinheitlichen, in der Folge gründeten sich aber auch Börsen bei anderen Hauptabnehmern: etwa in New York, Liverpool und Bremen. An insgesamt vierzehn Orten gibt es heute vergleichbare Organisationen. Und so eben keinen einheitlichen Preis.

Für Baumwollbauern in den USA und der EU ist das nicht besonders tragisch. Dabei sind die Farmer von der Nordhalbkugel eigentlich im Nachteil. Mit ihren Maschinen produzieren sie auf großen Feldern zwar sehr modern, aber eben auch sehr kapitalintensiv. Im Süden dagegen, wo auf kleiner Fläche hauptsächlich von Hand gepflanzt und geerntet wird, arbeiten zwar mehr Menschen im Baumwollanbau, billiger produziert wird dennoch. Nur: es nutzt nichts. Die rund 25 000 US- Baumwollfarmer werden vom Staat mit bis zu drei Milliarden Dollar im Jahr unterstützt. Die EU steht dem kaum nach, im Gegenteil: die spanischen und griechischen Baumwollbauern, verantwortlich für grade mal zwei Prozent des weltweiten Anbaus, bekommen etwa 270 Millionen Euro, knapp 16 Prozent der weltweiten Subventionen. Baumwolle ist so eines der am höchsten subventionierten landwirtschaftlichen Produkte auf dem Weltmarkt. Dass die Erzeuger aus den Industriestaaten so wettbewerbsfähig bleiben, liegt auf der Hand. Dass Europäer und Nordamerikaner damit das weltweite Preisniveau drücken: das auch.

Für den Rest, 99 Prozent der Baumwollbauern, ist das ein Problem. Das International Cotton Advisory Comittee (ICAC), ein Zusammenschluss von 42 Ländern, die Baumwolle produzieren oder damit handeln, schätzt, dass die Weltmarktpreise für Baumwolle ohne die Subventionen der Industrieländer um etwa ein Drittel höher lägen. Je nachdem welche Studien man liest: Der jährliche Verlust durch die Subventionen wird alleine für die Länder Westafrikas auf bis zu 120 Millionen Dollar geschätzt.

Baumwolle ist daher ständiges Thema in der Welthandelsorganisation WTO. So haben die vier Baumwollländer Benin, Mali, Tschad und Burkina Faso erst im Oktober 2013 einen Vorschlag vorgelegt, der den sogenannten LDC- Ländern, den least developed countries, den ärmsten der Armen also, zoll- und quotenfreien Zugang für Baumwollexporte garantiert und die Abschaffung der Exportsubventionen von EU und USA forderte.

Zugeständnisse?

Der Vorschlag schaffte es nicht mal in den Verhandlungstext. Und das, obwohl nur die Exportsubventionen Ziel der Initiative waren, sozusagen die Subventionen der Subventionen. Zwar hat die WTO vor mittlerweile acht Jahren Baumwollsubventionen als illegal eingestuft, an der Praxis geändert hat sich allerdings bis heute nichts.

Bis auf die Margen.

Die Marktpreise decken die Produktionskosten nicht. Was im Norden ärgerlich ist, ist auf der Südhalbkugel des Planeten existenziell. Der faire Handel mit Baumwolle soll das ändern. Das Prinzip ist einfach: Fairtrade zahlt einen Mindestpreis, der sich nicht nach Börsennotierungen und Subventionen richtet, sondern nach Produktionskosten und Anbauregion. Falls die Preise am Markt besser sind als der Mindestpreis, bekommen die Bauern die höheren Preise. Die Unterstützung richtet sich an Kleinbauern, die entweder schon in einer Kooperative zusammengeschlossen sind oder dabei unterstützt werden, diese Strukturen zu bilden.

Zusätzlich wird ihnen eine feststehende Fairtrade-Prämie ausgezahlt. Die Kooperativen entscheiden anschließend gemeinsam, wie das zusätzlich eingenommene Geld der Prämie investiert werden soll: etwa in Brunnen, die Aufbereitung von Trinkwasser, Schulen oder Gesundheitsvorsorge. Der Rest?

Damit können die Bauern tun, was sie wollen. Schließlich haben sie das Geld erwirtschaftetet. Es ist ihr gutes Recht, es so auszugeben, wie sie es für richtig halten. Denn darum geht es auch: Würde. Dazu gehört, dass bei Fairtrade die Produzenten gleichberechtigte Teilhaber sind. In allen wichtigen Entscheidungsgremien besitzen sie die Hälfte der Stimmrechte. So erfahren sie gleichzeitig, was fairer Handel über den Anbau der Produkte hinaus bedeutet, lernen die Vermarktung kennen und erfahren, wie Fairtrade sie am besten beim Handel ihrer Ware unterstützen kann. Praxisnahe Weiterbildung.

Fairtrade verbietet zudem den Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut und unterstützt die Umstellung auf biologischen Anbau. Wofür dann wiederum ein Aufschlag gezahlt wird. Obwohl es keine genauen Zahlen gibt, schätzt die Internationale Arbeitsorganisation ILO, dass etwa eine Million Kinder in der Baumwollindustrie arbeiten, sieben Tage in der Woche, bis zu zwölf Stunden täglich. Mehrere Hunderttausend sollen alleine in Indien in der Saatgutproduktion arbeiten.

Fairtrade verbietet Kinderarbeit, klar. Und geht das Problem aktiv mit den Bauern an um Alternativen zu finden.

Und Fairtrade eröffnet neue Perspektiven.

Zum Beispiel für Männern wie Amarshibhai Jagabhai (48 Jahre) , ein Bauer aus dem Dorf Dhora Pialiya im westindischen Bundesstaat Gujarat. Wie viele andere Bauern auch besitzt Jagabhai wenig Land, zwei Hektar nur. Dennoch ist seine Geschichte gleich ein doppelter Erfolg. Vor mittlerweile mehr als zehn Jahren half ihm die Fairtrade Kooperative Suminter, von der unsere Bio-Baumwolle stammt, seinen Baumwollanbau auf biologische Landwirtschaft umzustellen. In dieser Zeit verbesserte er durch Düngung mit etwa Kuhfladen und der Untermischung von Haushaltsabfällen die Qualität seines Bodens immer mehr – aus einem krümeligen Untergrund wurde in dieser Zeit ein saftiger Boden voller Lebewesen. Die wiederum nicht nur die Qualität der angebauten Pflanzen verbesserten, sondern den Boden immer gesünder machten. Was weitere Bodenlebewesen nach sich zog, die erneut die Erde durchlüfteten. Ein positiver Kreislauf begann. Von Jahr zu Jahr stiegen Jagabhais Erträge. Und die Zahl der Regenwürmer in seinem Boden.

Konventionell wirtschaftende Nachbarn sahen sowohl die Ernten, als auch die Würmer und stellten schnell einen Zusammenhang her. Und seither ist Amarshibhai Jagabhai Unternehmer. Er verkauft Regenwürmer. Den Boden bewirtschaftet er in erster Linie nicht mehr, um Baumwolle zu produzieren, sondern damit sich seine Würmer wohl fühlen.

Möglich war das, weil Fairtrade ihn dabei unterstützt hat: sowohl mit garantierten Preisen für seine Baumwolle, als auch beim Aufbau des Regenwurm- Geschäftes. Aber so erfreulich die Geschichte von Jagabhai ist: noch besser ist, dass sie nicht alleine steht. So unterstützt Fairtrade über 32 000 Baumwollkooperativen in ganz Indien. Zugeben: gemessen an der Zahl der indischen Baumwollbauern ist das ist nicht besonders viel und kann noch besser werden.

Aber daran arbeiten wir. Und ihr.

Veränderungen entstehen immer nur gemeinsam – Be a Part of it.