Vegane Kondome

Wer vegan lebt, stellt schnell fest, dass viele Produkte des täglichen Lebens tierische Bestandteile enthalten, die man so nicht erwartet hätte. Hast du dich zum Beispiel schon einmal mit den Produktionsbedingungen und Inhaltsstoffen von Kondomen beschäftigt? Wir zeigen dir, welche veganen Kondome du bedenkenlos kaufen kannst und worauf du generell achten solltest.
Mehr erfahren

Die Geschichte der Kondome

Die ersten Kondome wurden aus gewebtem Stoff gefertigt und waren nicht besonders wirkungsvoll zur Empfängnisverhütung. Erst mit der Verwendung von Schafsdärmen und anderen tierischen Membranen konnte eine erste Wirksamkeit erzielt werden. Doch obwohl diese Kondome als intensiver und sinnlicher gelten, und es sie sogar heute noch vereinzelt zu kaufen gibt, können sie mit künstlich hergestellten Kondomen in puncto Verhütung und Schutz vor sexuell übertragen Krankheiten nicht mithalten. Erst mit der Erfindung der Vulkanisierung von Kautschuk im Jahre 1839 war es möglich, ein Gummi herzustellen, das wasserfest, temperaturfest und robust war. 1855 wurde dann das erste Gummi-Kondom aus pflanzlicher Latexmilch hergestellt, das wenig später auch in Serienproduktion ging.

So werden Kondome heute produziert

Auch heute bestehen die meisten Kondome aus dem Naturprodukt Naturkautschuklatex, das aus der Latexmilch des Kautschukbaums gewonnen wird. Die Produktion des Kautschuks erfolgt dabei überwiegend in Ländern in Asien, Afrika und Südamerika, wo sowohl die Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter als auch die Auswirkungen auf die Umwelt teils problematisch sind. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, sollte unbedingt auf einen fairen Handel und nachhaltige Anbaubedingungen achten.

Neben Naturkautschuk gibt es inzwischen auch Präservative aus erdölbasierendem Polyurethan (PUR) sowie Polyisopren (PI), das insbesondere für Latexallergiker geeignet ist.

Übrigens fand Öko-Test 2010 heraus, dass heutige Kondome zwar zuverlässig vor Schwangerschaft und Krankheiten schützen, einige von ihnen aber gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe, wie allergieauslösende Latexproteine oder potenziell krebserregende Nitrosamine, enthalten.

Was sind vegane Kondome?

Obwohl man davon ausgehen könnte, dass Kondome aus einem Naturprodukt oder wahlweise einem synthetischen Rohstoff hergestellt werden, und sie damit ja eigentlich vegan sein müssten, ist dem nicht so. Bei der Verarbeitung des rohen Kautschuks für Latexkondome verwenden die meisten Hersteller das Milchprotein Kasein als Hilfsmittel. Dies wird durch Mikrofiltration aus Kuhmilch gewonnen und als Bindemittel eingesetzt. Zwar ist im fertigen Kondom kein Kasein mehr enthalten, dennoch gilt das Produkt aus ethischer Sicht als bedenklich und selbstverständlich als nicht vegan.

Vegane Kondome kommen gänzlich ohne Kasein aus und setzen stattdessen auf pflanzliche Stoffe wie Distelextrakt. Die meisten Hersteller achten zudem auf eine ökologische und faire Produktion. Auch wenn die Anzahl veganer Kondommarken aktuell noch überschaubar ist und die Packungspreise etwas höher als bei konventionellen, so lohnt sich der Kauf. Denn schließlich investierst du in deine eigene Gesundheit und die deines Partners bzw. deiner Partnerin. Gleichzeitig hilfst du dem fairen Handel und unterstützt einen ökologischen Anbau. Welche veganen Kondome du bedenkenlos kaufen kannst, findest du auf dieser Seite.